Pferdeklinik Großostheim

Zum Satus “Schlachtpferd”

Pferde werden traditionell in Europa als essbare Tiere angesehen und nach wie vor zum Konsum für den Menschen geschlachtet. In anderen Ländern ist das anders wie z.B. in den USA, wo Pferde nicht mehr zum Verzehr durch den Menschen geschlachtet werden dürfen.

Dem Wunsch des Bürgers und dem Zeitgeist folgend hat der Gesetzgeber im Sinne eines konsequenten  Verbraucherschutzes für das Pferd die gleichen scharfen Bestimmungen hinsichtlich der Verabreichung von Arzneimitteln erlassen wie für Rinder und Schweine.

Der Einsatz von Arzneimitteln ist dadurch bei  „Schlachtpferden“ stark eingeschränkt und führt dazu, dass  nur eine limitierte Auswahl bestimmter dafür zugelassener Arzneimittel verabreicht werden darf.  Zum Einen ist dadurch eine zeitgemäße moderne medizinische Versorgung nur eingeschränkt oder mit weniger effektiven Arzneimitteln möglich,  zum Anderen sind einige wichtige  für „Schlachtpferde“ zur Verfügung stehende Präparate teurer als die üblichen Präparate.

Ein weiteres Problem stellt die nicht unerhebliche Bürokratie im Zusammenhang mit der Behandlung von „Schlachtpferden“ dar (Eintragung der Behandlungen im Pferdepass,  Abgabebelege,  Führung des Bestandsbuches,…), die wir kostenmäßig weiterreichen müssen.

Grundsätzlich gilt jedes Pferd als „Schlachtpferd“, es sei  denn,  es wird im Pferdepass eine unwiderrufliche  Erklärung unterzeichnet, dass das Pferd in Zukunft nicht mehr geschlachtet werden darf.

Die Tötung eines Wirbeltieres darf nur „aus wichtigem Grund“ erfolgen. Die Verwendung als Lebensmittel  ist in unserer Gesellschaft ein „wichtiger Grund“. Unbrauchbarkeit, fortgeschrittenes Alter des Pferdes oder finanzielle Engpässe sind kein wichtiger Grund, weshalb Pferde aus diesen Gründen nur geschlachtet (und verzehrt) aber nicht euthanasiert werden dürfen. Im Falle einer Erkrankung mit unheilbaren Schmerzen oder sonstigen die Lebensqualität des Pferdes erheblich beeinträchtigenden Erkrankungen ist die Euthanasie erlaubt. Eine Schlachtung im Anschluss an eine Behandlung ist oft problematisch, da Wartezeiten einzuhalten sind, was je nach Präparat bis zu einem halben  Jahr sein kann. Gerade dann sollen oder müssen Pferde „ins Jenseits“ befördert werden, was wegen der Wartezeit dann doch nur per Euthanasie geht.

Abgesehen vom Erlös für den Schlachtkörper haben Sie in den meisten Fällen nur den theoretischen Vorteil  Ihr Pferd jederzeit in´s Jenseits befördern zu können.  Wenn Sie Ihr Pferd töten lassen wollen, liegt meist doch ein gravierendes Krankheitsproblem vor, was eine  Euthanasie rechtfertigt, sofern ein Weiterleben mit nicht behebbaren Schmerzen oder Leiden verbunden ist.

Wenn Sie Ihr Pferd als „Nicht Schlachtpferd“ deklarieren,  hat dies für Sie  den Vorteil einer unkomplizierteren besseren Behandlung zu meist niedrigeren Kosten.

Im Kostenvoranschlag  gehen wir von den (günstigeren) Kosten der Behandlung eines „Nicht Schlachtpferdes“ aus.  Bei operativen Eingriffen kann der Unterschied durchaus mehrere Hundert Euro ausmachen.

Außerdem – können Sie sich vorstellen, dass Ihr Pferd auf dem Teller landet?

Also: Bitte Pferd als „Nicht Schlachtpferd“ deklarieren.

Schimmel Lasmah
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